Die Schatten der Vergangenheit haben die Footballer eingeholt.
Die Hamburg Blue Devils mussten nach einer Verhandlung beim
Oberlandesgericht Hamburg vom Donnerstag in der kalrgestellt wurde, dass
zusätzlich zu den schon vorhandenen Verbindlichkeiten von ca. 240.000 EUR
die Forderung des Insolvenzverwalters der Gernert Medienberatung in Höhe
von insgesamt ca. 135.000 EUR für die im Jahr 2000 zurückerworbenen
Marketingrechte den Verein belasten würden, heute beim Amtsgericht
Hamburg Insolvenzantrag wegen Überschuldung stellen.
Der Druck wurde in den letzten Tagen immer größer, als klar wurde, dass
der Insolvenzverwalter Dr. Meyen die Auszahlung der beim Marketingpartner
MNP bereits liegenden Sponsorgelder weiter verzögern würde, wovon der
Verein völlig überrascht wurde.
Die Devils haben dem Gericht selbst einen Vorschlag für die Benennung
eines vorläufigen Insolvenzverwalters gemacht und gehen davon aus, dass
diesem Vorschlag gefolgt wird - ein durchaus übliches Verfahren. Dann
könnte schon am Montag von diesem entschieden werden, dass der
Spielbetrieb wie geplant am 25.05.2003 aufgenommen wird.
In hektischen Gesprächen war am Donnerstag abend klar, dass die meisten
Sponsoren wie auch der Marketingpartner MNP selbst unter diesen Umständen
zu den Blauen stehen - eine große Solidarität. In einer kurzfristig
anberaumten Telefonkonferenz hat sich das Präsidium des AFVD und des
Landesverbandes Hamburg dazu entschlossen, das Konzept mitzutragen.
Jetzt gilt es, die Ärmel aufzukrempeln und für das Überleben des
Vereins alles zu geben. Noch ist es nicht zu spät, am 25.05.03 mit dem
Spiel gegen die Stuttgart Scorpions die Saison zu beginnen. Natürlich nur
mit einem Notprogramm - aber es ginge weiter. Dafür hat der Vorstand in
den 3 Wochen seit der Neuwahl gekämpft und ist auch jetzt nicht bereit
aufzugeben.
Ein Insolvenzverfahren hat in erster Linie die Aufgabe, den Erhalt des
Vereins zu sichern, wenn eine Chance besteht, diesen wieder auf solide
wirtschaftliche Füße zu stellen. Davon ist der Vorstand überzeugt und
wird alles daran setzen, auch einen vorläufigen Insolvenzverwalter davon
zu überzeugen.
"Wir bauen auf unsere Mannschaft, die Mitglieder und die Fans.
Footballer sind nicht dafür bekannt, zu schnell den Kopf in den Sand zu
stecken. Wer kämpft kann verlieren - nur wer nicht kämpft, hat schon
verloren." |