Ein jähes Ende fanden die Finalträume der Spieler, Fans und Verantwortlichen der Hamburg Blue Devils. Das Aus kam bereits im Viertelfinale gegen den Meister der GFL-Süd, die Marburg Mercenaries. Es wird also nichts mit einem erhofften vierten Meistertitel in Folge.
Dieser Play-off-Sonntag stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Bereits auf der Fahrt nach Marburg war irgendwie "der Wurm drin", als der "Wattwurm"-Bus des Teams auf der Autobahn an der Hildesheimer Börde vorübergehend streikte. Der Bus konnte zwar notdürftig repariert werden, aber es wurde trotzdem beschlossen, dass die Mannschaft ihre Fahrt mit dem Fanbus "Angels Express" fortsetzt. Aufgrund eines Megastaus auf der A7 wg. einer Vollsperrung bei Göttingen kam das Team aber dennoch erst um 15:40 Uhr am Georg-Gaßmann-Stadion an. Zu spät natürlich für eine vernünftige Vorbereitung, obwohl der Kick-off um eine gute halbe Stunde nach hinten verschoben wurde. Auch der Fanbus mit den Angels an Bord schaffte es gerade noch zum Kick-off. In der Wartezeit war folgender Kommentar von einem bereits anwesenden Team-Mitglied zu hören: "Jetzt haben uns die Fans schon zum zweiten Mal den A... gerettet - letztes Jahr mit ihrem Geld und heute mit dem Bus". Wie wahr! Leider fehlte zum Happyend nur eins: ein positives Spielergebnis. Es muss allerdings ganz klar gesagt werden, dass der Sieg der Marburg Mercenaries nicht unverdient war und die Anreise mit Hindernissen nicht als alleinige Ausrede für die unerwartete Niederlage hergenommen werden darf.
Die rund 2200 Zuschauer (davon ca. 500 Anhänger der "Blauen") sahen zunächst eine frühe Führung der Devils durch einen Pass von QB #3 Darius Outlaw auf WR #84 Marico Gregersen (PAT #1 Sven Linn gut), nachdem zuvor DB #23 DeMario Suggs einen Fumble des Marburger QB #7 Matt Krueger erobert hatte. Noch im ersten Quarter konnte DB #14 Christian Graw einen Passversuch von Darius Outlaw auf Marico Gregersen abfangen und zum TD in die Endzone tragen (PAT #16 Peter Müller). Nach einem kurzen Touchdown-Run durch RB #32 Curtis Cooper (PAT Linn) stand es zur Halbzeit 14:7 aus Sicht der Blauen.
Die Halbzeitpause wurde auf 10 Minuten verkürzt, wie übrigens auch alle vier Quarter. Das Marburger Stadion verfügt nicht über Flutlicht und durch den verspäteten Kick-off drängte die Zeit bis zum Anbrechen der Dunkelheit...
DB #10 Toure Butler sorgte mit einem Interception-Return-TD im dritten Quarter für den scheinbar beruhigenden 21:7-Vorsprung der Teufel (PAT #43 Florian Dannehl). Aber die Mercenaries gaben sich noch lange nicht geschlagen. QB Krueger lief selbst für den Anschluss-TD (PAT Müller).
Spätestens danach wurde das Spiel aus Hamburger Sicht immer nervöser. Die Mercenaries hatten sich mittlerweile gut auf das Laufspiel über Curtis Cooper eingestellt. Die Fouls auf Seiten der Blue Devils häuften sich (am Ende waren es indiskutable 166 Yards!) und QB Darius Outlaw wirkte mehr und mehr indisponiert, zumal sich das Backfield der Marburger in einer starken Verfassung zeigte. Zählbares für das Scoreboard kam jedenfalls für die Devils nicht mehr zustande. Im Gegenteil - nach einem schönen Trickspielzug (der spätere Game-MVP RB #3 Terrelus Wright mit einem Pass auf WR #85 Markus Glock plus PAT durch Müller) stand es 21:21. Und es kam noch schlimmer: S #19 Eric Weiss fing einen Passversuch ab. Somit hatten die Marburg Mercenaries die Chance, in Führung zu gehen. Es kam, wie es wohl kommen musste: K Peter Müller verwandelte das Fieldgoal zum 24:21-Endstand für Marburg. Aus der Traum, die Saison ist bereits zu Ende für die Hamburg Blue Devils! Ein Novum in ihrer GFL-Geschichte - im Viertelfinale ausgeschieden. Mit einer Ausnahme (Halbfinal-Niederlage 1997 gegen die Cologne Crocodiles) haben sie stets, wenn sie die Play-offs erreichten, am Ende im Finale um den German Bowl gestanden. Aber es gibt nun mal leider für alles ein erstes Mal.
Glückwunsch an die Marburg Mercenaries, die nun am kommenden Sonntag die Berlin Adler zum Halbfinale im Georg-Gaßmann-Stadion empfangen werden.
|