Spielbericht

21.08.2004
Hamburg Blue Devils vs. Hannover Musketeers

Zufriedenheit sprach aus dem Gesicht von Headcoach Kirk –„a Win is a Win“- Heidelberg nach dem deutlichen Sieg der Blue Devils über Aufsteiger Hannover Musketeers. Sein Team hat die vermeintlich leichte Aufgabe mit der nötigen Konzentration und dem erforderlichen Ernst gelöst. Die Offense konnte mit den vorhandenen Möglichkeiten nahezu das Optimum an erfolgreichen Angriffen erreichen und die Defense zeigte, dass sie auch weiterhin auf dem Weg zu alter Stärke ist. Eine blütenweiße Weste nachdem der Schiedsrichter den Ball über den Kopf gehoben hat – das war eine Premiere für diese Saison, für die Defense Coordinator Javan Lenhardt dann auch die „verdiente“ Gatoradedusche über sich ergehen lassen „durfte“. Neuzugang DeMario Suggs konnte gleich im ersten Einsatz voll überzeugen und ist die von Heidelberg seit langem ersehnte Verstärkung in der Defense. Neben der hervorragenden körperlichen Verfassung zeigte Suggs auch schon eine sehr gute Bindung zum Team und zum System. Mit 4 Solotackles und 2 Assists sowie einer Interception, die nur wegen einer Strafe gegen einen anderen Spieler der Devils nicht zu einem zählbaren Erfolg wurde, vermochte der Amerikaner voll zu überzeugen und wurde nur deshalb nicht zum MVP dieser Partie gewählt, weil Robert Koster mit seinen 3 Interceptions den Teamrekord eingestellt hat und sich damit zu Terry Wilson und Christoph Malewski aus dem Jahr 1996 sowie Darell Hinton 1999 gesellte. An DeMario werden die Blauen noch ganz viel Freude haben.

Vielleicht gar soviel Freude, wie QB Darius Outlaw den Fans schon von Beginn der Spielzeit an bereitet. Erneut mit 5 TD Pässen und einem eigenen Besuch in der Endzone der unbestrittene Leader im Angriff der Blauen Teufel und wichtigster Hoffnungsträger im Unternehmen Titelverteidigung, gibt er offenbar auch der Offense Line das notwendige Selbstvertrauen, das die schweren Jungs ihm mit ganz viel Zeit zum Passen immer wieder zurückgeben.

Eine weitere wichtige Erkenntnis: auch der zweite Anzug passt immer besser – die Devils nutzten die Gelegenheit, den Backups viel Spielzeit zu geben. Youngster Julian Spohr überzeugte erneut. Nach seinem ersten Touchdown vom letzten Samstag in Berlin fügte der erst in diesem Jahr aus der eigenen Jugend aufgerückte 19 jährige seiner Statistik nun gleich zwei TD’s hinzu. Mit dem ersten Spielzug der Partie zeigte Spohr durch einen 76 Yard Lauf seinen Speed und sein gutes Auge für die Spielsituation.

Wenn jetzt auch noch die Disziplin verbessert wird und damit die vielen kleinen unnötigen Strafen gegen die Devils einmal ausbleiben, dann kann auch in diesem Jahr noch alles passieren.

Die Hannover Musketeers um MVP Julian Sells zeigten über die ganze Spielzeit hinweg sehr viel Herz und gaben zu keiner Zeit auf. Für das überaus faire Verhalten und die sympathische Präsentation erhielt der „Underdog“ großen Beifall auch der Hamburger Fans. Im Stadion war sicher Niemand, der den Nachbarn nicht noch die Ehrenpunkte gegönnt hätte. 

Knut Kasimir – Headcoach der Gäste – stellte nach dem Spiel fest, dass man aus seiner Sicht heute gegen die beste Mannschaft der Liga und den alten und neuen Deutschen Meister gespielt hat. Die überlegenen körperlichen Fähigkeiten der Blue Devils, die große Erfahrung der Spieler und die vielen Ballverluste des eigenen Teams führten zu dieser deutlichen Niederlage, die ja durchaus hätte noch höher ausfallen können. 

Neben der kommenden Auseinandersetzung im Interconference Spiel gegen die Saarland Hurricanes bereiten sich die Musketeers schon jetzt auf die Relegation gegen den Sieger der 2. Bundesliga Nord vor und wollen alles daran setzen, den Klassenerhalt zu schaffen.

Auch wenn Coaches und die Spieler immer nur von Spiel zu Spiel schauen und sich so zunächst auf das kommende Auswärtsspiel gegen die Dresden Monarchs konzentrieren – die Play Offs sind mit diesem Sieg erreicht, man darf also auch schon einmal in die weitere Zukunft blicken. Und da zeichnet sich durch den Sieg der Berliner gegen Dresden jetzt der dritte Platz ab, auch wenn rechnerisch noch der Zweite möglich ist.

Damit würde man bei einem Sieg im Viertelfinale gegen den Süd – Zweiten schon im Halbfinale auf den Meister der Gruppe Nord – Braunschweig Lions – treffen. Das gab es zuletzt am 21.09.1996 in Braunschweig – mit einem 14:07 Sieg der Devils schaffte man den Einzug ins Finale gegen die Düsseldorf Panther, das man dann zum ersten Titelgewinn gewann.

Scorebox:
07:00 Spohr, Run 76 Yrd.; PAT Dannehl
14:00 v.Garnier , 15 Yrd. Pass von Outlaw; PAT Dannehl
20:00 Gregersen 48 Yrd. Pass von Outlaw
27:00 v.Garnier 21 Yrd. Pass von Outlaw; PAT Dannehl
34:00 Spohr 46 Yrd. Pass von Outlaw; PAT Dannehl
41:00 Nommensen 10 Yrd. Pass von Outlaw; PAT Dannehl
48:00 Outlaw Run 25 Yrd; PAT Dannehl
54:00 Butler 57 Yrd. Puntreturn

(20:00 / 14:00 / 20:00 / 00:00)

Zuschauer: 5.800 beim Ford Family Day 2004

WK


zurück