| Am vergangenen Samstag war es soweit: Die Playoffs der German
Football League begannen. Im Hamburger Millerntor trafen die Tabellenzweiten
der Gruppe Nord auf den Tabellendritten der Südgruppe, die
Schwäbisch Hall Unicorns. Mit etwas Verspätung trafen
die Gegner in Hamburg ein, so dass der Kickoff trotz aller Befürchtungen
planmäßig um 18 Uhr das Spiel eröffnete.
Zunächst waren die Hamburg Blue Devils um Quarterback Zack
Witt, der wieder völlig gesund war, im Ballbesitz. Und so wurde
auch gleich auf verstärktes Passspiel gesetzt. Pässe auf
Maximilian von Garnier (#80), Tommy Venisee (#86), Marico Gregersen
(#84) sowie 3 Läufe von Curtis Cooper (#32) brachten die blauen
Teufel schnell in Richtung gegnerische Endzone. Ein Pass von Witt
auf Toni Meinhardt (#14) über 32 Yards vollendete diesen ersten
Drive und Toni konnte seinen ersten Touchdown für die Blue
Devils überhaupt verbuchen. Der Kick war gut und die Devils
gingen bereits nach kurzer Spielzeit mit 7:0 in Führung.
Dann waren die Unicorns das erste Mal im Besitz des ovalen Ledereis.
Doch ging bereits der erste Spielzug daneben, denn der lange Pass
von QB Ira Vandever (#1) auf Marc Biedenkapp (#80) landete in den
Händen der blauen Verteidigung. Linebacker #35 John van Look
machte diese Interception. Im nächsten Drive der Blauen kam
Witt mehrmals unter Druck und so musste das erste Mal gepuntet werden.
Auch die Unicorns waren wiederum nicht erfolgreich und mussten ebenfalls
den Ball mit einem Punt abgeben.
Und wieder zeigten die Blue Devils, dass gegen ihren Angriff heute
kein Kraut gewachsen war. Nach schönen Läufen von Curtis
Cooper war es Marico Gregersen, der sich über einen traumhaft
geworfenen 51 Yard-Touchdown-Catch freuen durfte.
Dass nicht nur die Offense der Blauen in Topform war, sah man im
nächsten Drive der Einhörner. Diese versuchten über
Laufspiel der #19, Komian Lonergan und #26, Timm Siegmann, zum 1.
Down zu kommen. Doch auch ein hervorragender Quarterback, der so
manches Yard selbst erlief, hatte keine Chance gegen die „Blaue
Wand“. Besonders unsere #38, Rico Meinhardt, der nur eine
Woche Zeit hatte, um sich auf die neue Position vorzubereiten –
er spielte an diesem Tag Linebacker für den gesperrten Walter
Reese – machte ein sehr gutes Spiel und setzte so manchen
erfolgreichen Hit.
Das 2. Quarter begann mit einem Fumble auf Seiten der Devils, den
die Schwäbisch Haller eroberten. Doch ein weiterer erfolgloser
Drive folgte. Der Fieldgoal-Versuch über 48 Yards ging gegen
die Querstange des Goalposts. So waren die Devils schnell wieder
im Ballbesitz. Und wieder: Lauf über Cooper, 2 lange Pässe
auf Max, dann ein 21-Yards-Touchdown-Lauf der #32, PAT. Schon stand
es 21:0.
Dem 3. TD folgte auch kurz darauf schon der nächste. Diesmal
war es Max, der den Ball nach einem 18 Yards-Pass der blauen Wurfmaschine
Zach Witt in die Endzone brachte: 28:0.
Doch ganz ohne Punkte gingen die Gegner nicht in die Halbzeitpause.
Ein Megalauf des einhörnigen Quarterbacks über ca. 65
Yards brachte die Unicorns bis in die Redzone der Devils, ein Pass
und ein gelungener PAT brachten die ersten Punkte für die Unicorns
auf das Scoreboard.
So wie die 1. Halbzeit geendet hat, fing die 2. an: ein phantastischer
Lauf des QB brachte das 28:14.
Doch das sollten an diesem Tag die letzten Punkte für die
Gäste gewesen sein. Das Halbfinale schien bereits in greifbare
Nähe gerückt zu sein.
Aber ein „zuviel“ an Punkten konnte es für die
Hamburg Blue Devils an diesem Tag scheinbar nicht geben. Die rund
3.500 Fans, die bei traumhaftem Wetter den Weg ins Stadion gefunden
hatten, wurden für ihr Kommen mehr als belohnt. 2 Läufe
über Curtis Cooper, davon einer über 61 Yards brachten
die nächsten 2 TDs und waren Grund für erneuten Jubel
der Fans. Die PATs verwandelte Florian Dannehl (#43) gewohnt sicher.
Nun kam Tobi Schmidt (#9) das erste Mal als QB zum Einsatz. Ein
kurzer Lauf von ihm selbst landete schließlich in der Endzone.
Eine Flagge brachte die Blauen jedoch wieder an die 6-Yard-Linie.
Doch dies war kein Hindernis. Diesmal fing Tight End #45, Andreas
Nommensen, den Ball.
Das Endergebnis von 49:14 konnte sich mehr als sehen lassen und
trotz des sicheren Vorsprungs bekamen die Zuschauer ein spannendes
und abwechslungsreiches Spiel zu sehen. Dies lässt uns hoffen,
dieses grandiose Team, welches sichtbar Spaß am Spiel hatte,
auch am nächsten Wochenende in Rüsselsheim so stark zu
sehen, um die 2. Hürde auf dem Weg zum „Saisonziel Titelverteidigung“
zu nehmen.
Punkte: Toni Meinhardt (# 14) 6, Marico Gregersen (# 84) 6, Curtis
Cooper (# 32) 18, Maximilian von Garnier (# 80) 6, Andreas Nommensen
(#45) 6, Florian Dannehl (# 43) 7
Double Trouble (CE + NM)
Stimmen zum Spiel
Siegfried Gehrke (Headcoach Unicorns): Gratulation an die Blue
Devils zum hoch verdienten Sieg. Wir haben gegen den Favoriten verloren,
aber auch gesehen, dass der Unterschied nicht mehr ganz so groß
ist. Trotzdem haben wir noch einiges aufzuholen, aber wir haben
heute auch nicht so gut gespielt. Unsere dritte Saison in der GFL
war die bisher beste, wir sind zufrieden mit der Saison und werden
nächstes Jahr wieder angreifen.
Kirk Heidelberg (Headcoach HBD): A win is a win...
Nach der Niederlage in Braunschweig waren wir in tiefer Depression.
Schwäbisch Hall hat einen großen Job gemacht, sie sind
ein gutes Football-Team. Wir haben heute variabel gespielt und überhaupt
nicht eindimensional. Unsere Defense hat einen riesigen Job gemacht.
Ich habe großes Vertrauen in unsere Backups. Trotz aller Probleme,
die der Verein hat, haben alle im Team unter diesen Umständen
einen Superjob gemacht, jeder einzelne.
Wir lieben unsere Fans und wir spielen für sie!
Wir werden uns jetzt auf den nächsten Gegner Rüsselsheim
konzentrieren. Sollten wir in das Finale kommen, ist es uns egal,
ob der Gegner Braunschweig oder Berlin ist. Aber erst einmal spielen
wir gegen Rüsselsheim.
Sandro Castaldo (#21), der nach einem heftigen Hit nach dem Spiel
mit einem Eisbeutel im Nacken vom Platz ging, auf die Frage eines
Fans, was denn mit ihm sei: „Formatierte Festplatte...“.
Ausblick von Coach Hoeft auf das Halbfinale: „Failure is
not an option (W. Churchill)“.
KT
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