Spielbericht

23.09.2003
Zach is b@ck

Am vergangenen Samstag war es soweit: Die Playoffs der German Football League begannen. Im Hamburger Millerntor trafen die Tabellenzweiten der Gruppe Nord auf den Tabellendritten der Südgruppe, die Schwäbisch Hall Unicorns. Mit etwas Verspätung trafen die Gegner in Hamburg ein, so dass der Kickoff trotz aller Befürchtungen planmäßig um 18 Uhr das Spiel eröffnete.

Zunächst waren die Hamburg Blue Devils um Quarterback Zack Witt, der wieder völlig gesund war, im Ballbesitz. Und so wurde auch gleich auf verstärktes Passspiel gesetzt. Pässe auf Maximilian von Garnier (#80), Tommy Venisee (#86), Marico Gregersen (#84) sowie 3 Läufe von Curtis Cooper (#32) brachten die blauen Teufel schnell in Richtung gegnerische Endzone. Ein Pass von Witt auf Toni Meinhardt (#14) über 32 Yards vollendete diesen ersten Drive und Toni konnte seinen ersten Touchdown für die Blue Devils überhaupt verbuchen. Der Kick war gut und die Devils gingen bereits nach kurzer Spielzeit mit 7:0 in Führung.

Dann waren die Unicorns das erste Mal im Besitz des ovalen Ledereis. Doch ging bereits der erste Spielzug daneben, denn der lange Pass von QB Ira Vandever (#1) auf Marc Biedenkapp (#80) landete in den Händen der blauen Verteidigung. Linebacker #35 John van Look machte diese Interception. Im nächsten Drive der Blauen kam Witt mehrmals unter Druck und so musste das erste Mal gepuntet werden. Auch die Unicorns waren wiederum nicht erfolgreich und mussten ebenfalls den Ball mit einem Punt abgeben.

Und wieder zeigten die Blue Devils, dass gegen ihren Angriff heute kein Kraut gewachsen war. Nach schönen Läufen von Curtis Cooper war es Marico Gregersen, der sich über einen traumhaft geworfenen 51 Yard-Touchdown-Catch freuen durfte.

Dass nicht nur die Offense der Blauen in Topform war, sah man im nächsten Drive der Einhörner. Diese versuchten über Laufspiel der #19, Komian Lonergan und #26, Timm Siegmann, zum 1. Down zu kommen. Doch auch ein hervorragender Quarterback, der so manches Yard selbst erlief, hatte keine Chance gegen die „Blaue Wand“. Besonders unsere #38, Rico Meinhardt, der nur eine Woche Zeit hatte, um sich auf die neue Position vorzubereiten – er spielte an diesem Tag Linebacker für den gesperrten Walter Reese – machte ein sehr gutes Spiel und setzte so manchen erfolgreichen Hit.

Das 2. Quarter begann mit einem Fumble auf Seiten der Devils, den die Schwäbisch Haller eroberten. Doch ein weiterer erfolgloser Drive folgte. Der Fieldgoal-Versuch über 48 Yards ging gegen die Querstange des Goalposts. So waren die Devils schnell wieder im Ballbesitz. Und wieder: Lauf über Cooper, 2 lange Pässe auf Max, dann ein 21-Yards-Touchdown-Lauf der #32, PAT. Schon stand es 21:0.

Dem 3. TD folgte auch kurz darauf schon der nächste. Diesmal war es Max, der den Ball nach einem 18 Yards-Pass der blauen Wurfmaschine Zach Witt in die Endzone brachte: 28:0.

Doch ganz ohne Punkte gingen die Gegner nicht in die Halbzeitpause. Ein Megalauf des einhörnigen Quarterbacks über ca. 65 Yards brachte die Unicorns bis in die Redzone der Devils, ein Pass und ein gelungener PAT brachten die ersten Punkte für die Unicorns auf das Scoreboard.

So wie die 1. Halbzeit geendet hat, fing die 2. an: ein phantastischer Lauf des QB brachte das 28:14.

Doch das sollten an diesem Tag die letzten Punkte für die Gäste gewesen sein. Das Halbfinale schien bereits in greifbare Nähe gerückt zu sein.

Aber ein „zuviel“ an Punkten konnte es für die Hamburg Blue Devils an diesem Tag scheinbar nicht geben. Die rund 3.500 Fans, die bei traumhaftem Wetter den Weg ins Stadion gefunden hatten, wurden für ihr Kommen mehr als belohnt. 2 Läufe über Curtis Cooper, davon einer über 61 Yards brachten die nächsten 2 TDs und waren Grund für erneuten Jubel der Fans. Die PATs verwandelte Florian Dannehl (#43) gewohnt sicher.

Nun kam Tobi Schmidt (#9) das erste Mal als QB zum Einsatz. Ein kurzer Lauf von ihm selbst landete schließlich in der Endzone. Eine Flagge brachte die Blauen jedoch wieder an die 6-Yard-Linie. Doch dies war kein Hindernis. Diesmal fing Tight End #45, Andreas Nommensen, den Ball.

Das Endergebnis von 49:14 konnte sich mehr als sehen lassen und trotz des sicheren Vorsprungs bekamen die Zuschauer ein spannendes und abwechslungsreiches Spiel zu sehen. Dies lässt uns hoffen, dieses grandiose Team, welches sichtbar Spaß am Spiel hatte, auch am nächsten Wochenende in Rüsselsheim so stark zu sehen, um die 2. Hürde auf dem Weg zum „Saisonziel Titelverteidigung“ zu nehmen.

Punkte: Toni Meinhardt (# 14) 6, Marico Gregersen (# 84) 6, Curtis Cooper (# 32) 18, Maximilian von Garnier (# 80) 6, Andreas Nommensen (#45) 6, Florian Dannehl (# 43) 7

Double Trouble (CE + NM)

Stimmen zum Spiel

Siegfried Gehrke (Headcoach Unicorns): Gratulation an die Blue Devils zum hoch verdienten Sieg. Wir haben gegen den Favoriten verloren, aber auch gesehen, dass der Unterschied nicht mehr ganz so groß ist. Trotzdem haben wir noch einiges aufzuholen, aber wir haben heute auch nicht so gut gespielt. Unsere dritte Saison in der GFL war die bisher beste, wir sind zufrieden mit der Saison und werden nächstes Jahr wieder angreifen.

Kirk Heidelberg (Headcoach HBD): A win is a win...
Nach der Niederlage in Braunschweig waren wir in tiefer Depression. Schwäbisch Hall hat einen großen Job gemacht, sie sind ein gutes Football-Team. Wir haben heute variabel gespielt und überhaupt nicht eindimensional. Unsere Defense hat einen riesigen Job gemacht. Ich habe großes Vertrauen in unsere Backups. Trotz aller Probleme, die der Verein hat, haben alle im Team unter diesen Umständen einen Superjob gemacht, jeder einzelne.
Wir lieben unsere Fans und wir spielen für sie!

Wir werden uns jetzt auf den nächsten Gegner Rüsselsheim konzentrieren. Sollten wir in das Finale kommen, ist es uns egal, ob der Gegner Braunschweig oder Berlin ist. Aber erst einmal spielen wir gegen Rüsselsheim.

Sandro Castaldo (#21), der nach einem heftigen Hit nach dem Spiel mit einem Eisbeutel im Nacken vom Platz ging, auf die Frage eines Fans, was denn mit ihm sei: „Formatierte Festplatte...“.

Ausblick von Coach Hoeft auf das Halbfinale: „Failure is not an option (W. Churchill)“.

KT


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