Spielbericht

30.08.2003
Football ist teuflisch gut, Devils! 

Nach den beiden, nennen wir sie mal liebevoll „Gammelpartien“ in Köln und Essen bekamen die rund 300 ins Elbflorenz nach Dresden gereisten Fans der Hamburg Blue Devils gestern über 3 Quarter ein super Spiel ihrer Mannschaft zu sehen. Quarterback Zach Witt schien in pure Spiellaune verfallen zu sein und zeigte neben 16 von 19 an den Mann gebrachten Pässen und 241 Passing-Yards heute auch – für manche mag es „endlich“ sein, für uns ist es eher „vernünftig“ (zu hoch das Verletzungsrisiko..) -, welch klasse Läufer er ist.

Der Mann, der normalerweise für das Laufen bei den Devils zuständig ist, war es jedoch, der das Punktefestival der ersten Halbzeit begann. Nachdem die Devils recht zügig mit langen Pässen auf TE #45 Andreas Nommensen und WR #86 Thomie Venisee an die Redzone der Dresden Monarchs vordrangen, war es RB #32 Curtis Cooper, der diesen sehenswerten Drive, in dem Offense-Football vom Feinsten gezeigt wurde, mit einem 13 Yards-TD-Lauf abschloss. Florian Dannehl verwandelte den Extrapunkt gewohnt zuverlässig und so stand es schon nach dem ersten Drive der blauen Teufel 0:7 aus Sicht der Dresden Monarchs.

Doch auch der erste Drive der Monarchen begann vielversprechend. RB #38 Ricky Brown bewies von Anfang an, was für ein guter Läufer er ist und brachte die Monarchs ein ums andere Mal ein Stückchen näher an die Endzone der Blue Devils. Aber auch QB #10 Tom McCune sollte Zach Witt im Passspiel zunächst in nichts nachstehen und so stießen die Monarchs nach einem 30 Yard-Pass auf WR #86 Thomas Emsländer bis an die 8-Yardline der Blue Devils vor. Nun jedoch hatte sich die gewohnt starke Defense der Blue Devils, die leider sehr geschwächt (neben den leider Dauerverletzten DL #94 Bernhard Rozic und DB #21 Alessandro Castaldo fehlten u.a. DL #75 Vladi Ilic und DB #25 Sascha Gehloff) nach Dresden angereist war, auf die Monarchs eingestellt. Ein Sack von DB #10 Toure Butler und eine Holdingstrafe brachten die Monarchs wieder jenseits der 
Redzone der Blue Devils und auch der darauf ausgespielte 4. Versuch scheiterte. 

Bei der nun folgenden Angriffssequenz der Blue Devils war es QB #17 Zach Witt selber, der es sich nach erfolgreichen Pässen auf WR #84 Marico Gregersen und schönen Läufen durch Curtis Cooper nicht nehmen ließ, den Ball am Ende selber über ca. 7 Yards in die Endzone zu befördern – ein herber Rückschlag für die Dresden Monarchs, die hochmotiviert und in der Hoffnung, dem amtierenden Deutschen Meister und aktuellen Tabellenführer der GFL Nord ein Bein stellen zu können, in die Partie gingen.

Schnell konnten sich die Blue Devils den Ball durch einen Fumble der Monarchs wieder zurückerobern und die Blue Devils starteten ihren 3. Drive an der eigenen 51-Yardline. Doch die Defense der Monarchs stand zu diesem Zeitpunkt des Spieles gut und so hieß es nach dem einzigen incomplete Pass der ersten Halbzeit und einem früh gestoppten Lauf 3rd and 12, als Zach Witt den Turbo zündete und die Devils mit einem Run über 11 Yards bis kurz vors 1st Down brachte. Den von Zach Witt großzügigerweise übrig gelassenen Yard erlief Curtis Cooper. Dieser war es dann auch wieder, der nach tollen eigenen Läufen und wunderschönen Pässen von Zach Witt auf Marico Gregersen und WR #14 Toni Meinhardt, den Ball über 4 Yards zum 
vorentscheidenden Touchdown zum 21:0 für die Devils in die Endzone chauffierte.

Im nächsten Drive hatte die Offense der Dresden Monarchs der starken Defense der Hamburger nichts entgegenzusetzen und so mussten sie sich nach 2 unvollständigen Pässen und einem zu kurzen Lauf mit einem Punt vom Ball trennen. Was jetzt folgte, war einfach phänomenal. Zach Witt fing an, die Defense der Monarchs wie ein gebratenes Hühnchen auseinander zu nehmen. So fand er mal WR #80 Maximilian v. Garnier, TE #45 Andreas Nommensen oder WR #86 Thomie Venisee als dankbare Empfänger seiner Pässe. Dementsprechend wurde der Drive auch mit einem 15 Yard-Touchdown-Pass auf Thomie Venisee abgeschlossen. Die Fans der Blue Devils waren außer Rand und Band. Die erste Halbzeit endete mit einer Interception durch DB #40 Walter Reese, der es jedoch nicht ganz schaffte, den Ball in die Endzone zu tragen.

Während der Halbzeitpause schienen ein paar deutliche Worte in den Umkleideräumen der Dresden Monarchs gefallen zu sein, präsentierten diese nach der Halbzeitpause eine komplett andere Leistung. Auch wenn das Spiel vermeintlich gelaufen war, fingen die Monarchs an, um jeden Yard zu kämpfen. Dies sollte sich schon im ersten Drive der 2. Halbzeit auszahlen: Nach langen Pässen auf die WR #80 Nils Christer Fougman und #86 Thomas Emsländer und einigen erfolgreichen Läufen durch Ricky Brown war es dann Nils Christer Fougman, der einen 11-Yard-TD-Pass in der Endzone der Blue Devils zum 7:28 fangen konnte. Zuvor blieb so manchem Devilsfan wohl der Atem stehen: Walter Reese lag verletzt am Boden und musste humpelnd vom Feld getragen werden. Nach eigener Aussage ist es jedoch keine schwerwiegendere Verletzung und er wird 
nächste Woche in Braunschweig wieder voll mit von der Partie sein können.

Im nun folgenden Drive der Hamburger mussten diese wieder um einen ihrer Top-Spieler bangen. Nach einigen Läufen von Curtis Cooper und einem langem Pass auf Thomie Venisee musste der heute lauffreudige Zach Witt einen sehr harten Hit der Dresdener Verteidigung hinnehmen und lag – nach Atem ringend – am Boden. Gott sei Dank war dies jedoch nur eine kurze Folge dieses schweren Hits, so dass Zach nach kurzer Erholungs- und Luftschnapp-Pause wieder voll ins Spielgeschehen einsteigen konnte. Besonders Maximilian von Garnier freute sich dann über Witts Rückkehr ins Spiel. War er es, der bei 3rd Down und lang einen schier unglaublichen Catch in Doppeldeckung machte und die Führung der Blue Devils wieder auf den alten 28 Punkte-Vorsprung ausbaute.

In den nächsten Drives dominierten die Abwehrreihen beider Mannschaften und sowohl der Dresdener LB #54 David Dugan als auch der Hamburger DB #10 Toure Butler durften sich über abgefangene Bälle freuen. Auf Seiten der Hamburger Offense bekamen im 4. Quarter nun die Backup-Spieler ein wenig Spielzeit, leider konnten diese heute im Gegensatz zum Spiel in Stuttgart keine größeren Akzente setzen, so dass die letzten Punkte des Spieles an die Dresden Monarchs gingen. Einmal mehr war es RB #38 Ricky Brown, der die Monarchs bis an die 9-Yardline der Hamburger 
brachte und WR # 5 Nico Kaltenbach fing den letzten Touchdown eines insgesamt guten Spieles zum Endstand von 35:14 für die Hamburg Blue Devils.

Wir möchten es jetzt nicht versäumen, noch einmal vorsorglich darauf hinzuweisen, was am kommenden Samstag geschehen wird :o).

Ein Blick auf die Tabelle verrät uns: Die Devils sind Tabellenführer. Ein klitzekleines Pünktchen dahinter: der Erzrivale und Vizemeister, die Braunschweig Lions. Beide Mannschaften haben noch exakt ein Spiel in der regulären Saison und Alfred Hitchcock hätte es nicht besser inszenieren können: Am Samstag um 19 Uhr kommt es im Stadion an der Hamburger Strasse zum großen Saisonfinale der regulären Saison. Die Braunschweig Lions treffen auf die Hamburg Blue Devils im eigenen Stadion um die Nordmeisterschaft und damit garantiertes Heimrecht in einem eventuellen Halbfinale.

Also: Auf nach Braunschweig, wir denken: Das wird ein Knaller!!!

Double Trouble (CE + NM)


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