| Die Hamburg Blue Devils gewinnen bei den Cologne Crocodiles
in einem mehr oder weniger glanzvollem Spiel mit 28:7, sichern sich
zwei Punkte und sind weiterhin auf Kurs „Heimrecht in den
Playoffs“. Doch das Ergebnis des Spieles schien gestern irgendwie
zweitrangig. Vielmehr stand der gesamte Spieltag auf beiden Seiten
unter dem Motto „Teamgeist oder Teambeweis“. Für
die um den Klassenerhalt bangenden Kölner hieß es vor
dem Spiel, den Teamgeist wiederzufinden. Nach dem Spiel war Headcoach
Gary Spielbuehler mit seinem Team und vor allem dessen Einstellung
zufrieden. Die Crocodiles haben hart gekämpft und ihre Zähne
gezeigt, was es den im Vorwege klar favorisierten Blue Devils zunächst
sichtlich schwer machte.
Schon der erste Drive der Blue Devils endete mit einem Quarterbacksack
von Kölns #48, Luca Annicello, und die Blue Devils mussten
sich bei 4. und lang mit einem Punt vom Ball trennen. Doch diese
Trennung dauerte gerade mal einen Spielzug, da die erneut stark
aufspielende Defense der Blue Devils einen Fumble der Kölner
erzwang und Hamburg-Urlauber Gordon Crowe den Ball für die
Blue Devils sichern konnte. Doch anscheinend hatte die Offense der
Blue Devils zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich große Lust,
mit dem Lederei zu spielen, ein einziger langer Pass im ersten Spielzug
dieses Drives von Quarterback Zach Witt über ca. 30 Yards (alle
Yards-Angaben sind leider Circa-Angaben, da das Spielfeld der Cologne
Crocodiles schlecht bekreidet war und es einem somit schwer fiel,
die genauen Positionen zu erkennen) auf Marico Gregersen genügte,
um für die ersten Punkte auf dem Scoreboard zu sorgen. Florian
Dannehl verwandelte alle Extrapunkte an diesem Tag gewohnt zuverlässig,
so dass es nun doch relativ schnell 07:00 für die Blue Devils
stand. Nach kurzen Läufen von Kölns einzig wahrer Angriffswaffe,
Runningback #34 Dominique Kuhn und einem incomplete Pass mussten
sich im Gegenzug die Crocodiles wieder vom Ball trennen und ein
erneutes „Witt’sches Passgewitter“ sorgte für
die nächsten Punkte für die Blue Devils. Nach einem langen
Pass auf Max v. Garnier und einem langen Lauf von Curtis Cooper
war es dann wieder Max, der den Ball in der Endzone sein Eigen nennen
durfte. Von nun an plätscherte das Spiel ein wenig vor sich
hin. Auf Kölner Seite überzeugten vor allem Runningback
Dominique Kuhn und Quarterback „ich bin so glitschig wie ein
Aal“ Tony Moore durch ein paar schöne Läufe. Auf
Seiten der Hamburger machte zu diesem Zeitpunkt des Spiels vor allem
die Defense, in der besonders #40 Walter Reese und #47 Robert Koster
durch hartes Tackling glänzten, auf sich aufmerksam. Das zweite
Viertel endete ohne Punkte und mit wenig Höhepunkten, so dass
man mit 14:0 in die Pause ging.
Wie die erste Halbzeit aufgehört hatte, fing auch die zweite
Halbzeit an. Das Angriffsrecht wechselte häufig, auf Seiten
der Kölner sorgten weiterhin Dominique Kuhn und Tony Moore
für etwas Raumgewinn und auf Seiten der Hamburger fing man
an, zu experimentieren. Durch das Hinzustoßen zum Team von
WR #86 Thomie Venisee, der erst letzten Dienstag in Hamburg landete,
eröffneten sich im Angriff ganz neue Dimensionen, so dass die
Offense der Blue Devils streckenweise mit fünf (!) Wide Receivern
und ohne Runningback auf dem Feld stand, wodurch das Kölner
Backfield alle Hände voll zu tun hatte, die Passempfänger
der Blue Devils unter Kontrolle zu behalten. Ein ums andere Mal
gelang dieses nicht und v.a. Maximilian v. Garnier durfte sich am
Ende über den einen oder anderen schönen Catch freuen.
Zu Beginn des vierten Quarters kam endlich mal wieder etwas mehr
Action ins Spiel. Nachdem sich die Crocodiles mit einem Punt vom
Ball trennen mussten, returnierte #10 Toure Butler den Ball über
ca. 70 Yards wie ein Hase in die Endzone und sorgte für die
endgültige Vorentscheidung in dem Spiel. Zwar konnten im darauffolgenden
Drive nun auch die Crocodiles durch einen sehenswerten Pass über
ca. 40 Yards von QB #2 Tony Moore auf WR #89 Janosch Schilling punkten,
jedoch wurde diese Verkürzung des blauen Vorsprungs schon im
nächsten Drive der Blue Devils zunichte gemacht. Der Drive
begann an der eigenen 20, doch zwei Pässe auf Marico Gregersen
reichten, um die Devils an die Mittellinie zu führen und nun
kam der Moment des Thomie Venisee. Vom Training her wusste man schon
zu berichten, wie schnell der junge Mann von der Troy State University
ist, doch was sich in dem darauffolgenden Spielzug zeigte, ist schier
unglaublich. Zach Witt steht sekundenlang in einer sicheren Pocket,
als Venisee auf der rechten Seite anfängt zu laufen, man konnte
zusehen, wie er immer mehr den Turbo zündete und wie sein Gegenspieler
immer mehr Mühe hatte, ihm zu folgen. Plötzlich blieb
Venisees Gegenspieler stehen und unsere neue Rakete stand auf weiter
Flur in der Endzone ganz allein da, ein gefundenes Ziel für
Zach Witt, der den Pass über ca. 50 Yards nur noch loszuwerfen
brauchte. Venisee feierte somit seinen ersten Touchdown für
die Hamburg Blue Devils. Nun war der Kampfwille der Crocodiles leider
gebrochen und die Defense der Blue Devils stand weiter zu gut. Ein
„Gang-Sack“ beendete den darauffolgenden Drive der Kölner,
den diese mit einem Punt abschlossen. Nachdem sich Punt-Return-Spezialist
#10 Toure Butler beim Punt-Return elegant selber auf den Boden gesetzt
hatte, fumbleten die Blue Devils den Ball bereits beim ersten Snap
dieses Drives und das Angriffsrecht wechselte gleich wieder. Die
Crocodiles kamen durch ein paar Läufe durch Dauerrenner Dominique
Kuhn und durch ein paar schöne Pässe auf WR #81 Christian-Boti
Bramer zwar noch einmal bis an die Hamburger 15-Yardline, doch beim
nun folgenden Passversuch war es LB #35 John v. Look, der den Ball
abfing und damit die letzten Punktehoffnungen der Crocodiles zunichte
machte. Der letzte Drive der Hamburger startete an der eigenen 20-Yardline
und nun zeigte – nachdem zuvor das Hamburger Angriffsspiel
doch eher auf Pässe ausgelegt war – auch RB #32 „Super
Cooper“ noch einmal sein Können. Er bekam den Ball nun
von QB #9, Tobias Schmidt, überreicht und fügte seiner
Rush-Statistik noch einmal ca. 30 Yards hinzu. Ein nun folgender
Passversuch von Tobias Schmidt endete leider in den Händen
von Kölns Linebacker #15, Thomas Henckes. Doch auch die Kölner
wussten nun nichts mehr mit dem Lederei anzufangen und das Spiel
endete mit einem Quarterbacksack durch #40 Walter Reese.
Nach dem Spiel bleibt festzustellen, dass die Cologne Crocodiles
ihren Teamgeist wiedergefunden haben, zwar haben sie verloren, doch
zeigten sie sich während der Partie kämpferisch. Auf Hamburger
Seite ist „a win a win“ und es hat sich gezeigt, dass
die Offense zu immer mehr Variabilität findet. Denn: drei der
vier Hamburger Touchdowns wurden durch drei verschiedene Receiver
erzielt und „Super Cooper“ durfte sich einmal eine kleine
Punkteauszeit nehmen. Sehen wir also mit Spannung auf die nächsten
Partien, wer weiß, wozu die Mannschaft noch fähig ist,
wenn sich das Pass-Spiel so weiterentwickelt wie es in den letzten
zwei Spielen der Fall war... Also! Auf nach Essen am 24.08.2003...
Punkte für die HBD: #84 Marico Gregersen, #80 Maximilian v.
Garnier, #10 Toure Butler, #86 Thomie Venisee (je 6), Florian Dannehl
(4)
Double Trouble (CE und NM)
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