Spielbericht

16.08.2003
A win is a win oder “What about the Teamgeist”

Die Hamburg Blue Devils gewinnen bei den Cologne Crocodiles in einem mehr oder weniger glanzvollem Spiel mit 28:7, sichern sich zwei Punkte und sind weiterhin auf Kurs „Heimrecht in den Playoffs“. Doch das Ergebnis des Spieles schien gestern irgendwie zweitrangig. Vielmehr stand der gesamte Spieltag auf beiden Seiten unter dem Motto „Teamgeist oder Teambeweis“. Für die um den Klassenerhalt bangenden Kölner hieß es vor dem Spiel, den Teamgeist wiederzufinden. Nach dem Spiel war Headcoach Gary Spielbuehler mit seinem Team und vor allem dessen Einstellung zufrieden. Die Crocodiles haben hart gekämpft und ihre Zähne gezeigt, was es den im Vorwege klar favorisierten Blue Devils zunächst sichtlich schwer machte.

Schon der erste Drive der Blue Devils endete mit einem Quarterbacksack von Kölns #48, Luca Annicello, und die Blue Devils mussten sich bei 4. und lang mit einem Punt vom Ball trennen. Doch diese Trennung dauerte gerade mal einen Spielzug, da die erneut stark aufspielende Defense der Blue Devils einen Fumble der Kölner erzwang und Hamburg-Urlauber Gordon Crowe den Ball für die Blue Devils sichern konnte. Doch anscheinend hatte die Offense der Blue Devils zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich große Lust, mit dem Lederei zu spielen, ein einziger langer Pass im ersten Spielzug dieses Drives von Quarterback Zach Witt über ca. 30 Yards (alle Yards-Angaben sind leider Circa-Angaben, da das Spielfeld der Cologne Crocodiles schlecht bekreidet war und es einem somit schwer fiel, die genauen Positionen zu erkennen) auf Marico Gregersen genügte, um für die ersten Punkte auf dem Scoreboard zu sorgen. Florian Dannehl verwandelte alle Extrapunkte an diesem Tag gewohnt zuverlässig, so dass es nun doch relativ schnell 07:00 für die Blue Devils stand. Nach kurzen Läufen von Kölns einzig wahrer Angriffswaffe, Runningback #34 Dominique Kuhn und einem incomplete Pass mussten sich im Gegenzug die Crocodiles wieder vom Ball trennen und ein erneutes „Witt’sches Passgewitter“ sorgte für die nächsten Punkte für die Blue Devils. Nach einem langen Pass auf Max v. Garnier und einem langen Lauf von Curtis Cooper war es dann wieder Max, der den Ball in der Endzone sein Eigen nennen durfte. Von nun an plätscherte das Spiel ein wenig vor sich hin. Auf Kölner Seite überzeugten vor allem Runningback Dominique Kuhn und Quarterback „ich bin so glitschig wie ein Aal“ Tony Moore durch ein paar schöne Läufe. Auf Seiten der Hamburger machte zu diesem Zeitpunkt des Spiels vor allem die Defense, in der besonders #40 Walter Reese und #47 Robert Koster durch hartes Tackling glänzten, auf sich aufmerksam. Das zweite Viertel endete ohne Punkte und mit wenig Höhepunkten, so dass man mit 14:0 in die Pause ging.

Wie die erste Halbzeit aufgehört hatte, fing auch die zweite Halbzeit an. Das Angriffsrecht wechselte häufig, auf Seiten der Kölner sorgten weiterhin Dominique Kuhn und Tony Moore für etwas Raumgewinn und auf Seiten der Hamburger fing man an, zu experimentieren. Durch das Hinzustoßen zum Team von WR #86 Thomie Venisee, der erst letzten Dienstag in Hamburg landete, eröffneten sich im Angriff ganz neue Dimensionen, so dass die Offense der Blue Devils streckenweise mit fünf (!) Wide Receivern und ohne Runningback auf dem Feld stand, wodurch das Kölner Backfield alle Hände voll zu tun hatte, die Passempfänger der Blue Devils unter Kontrolle zu behalten. Ein ums andere Mal gelang dieses nicht und v.a. Maximilian v. Garnier durfte sich am Ende über den einen oder anderen schönen Catch freuen. Zu Beginn des vierten Quarters kam endlich mal wieder etwas mehr Action ins Spiel. Nachdem sich die Crocodiles mit einem Punt vom Ball trennen mussten, returnierte #10 Toure Butler den Ball über ca. 70 Yards wie ein Hase in die Endzone und sorgte für die endgültige Vorentscheidung in dem Spiel. Zwar konnten im darauffolgenden Drive nun auch die Crocodiles durch einen sehenswerten Pass über ca. 40 Yards von QB #2 Tony Moore auf WR #89 Janosch Schilling punkten, jedoch wurde diese Verkürzung des blauen Vorsprungs schon im nächsten Drive der Blue Devils zunichte gemacht. Der Drive begann an der eigenen 20, doch zwei Pässe auf Marico Gregersen reichten, um die Devils an die Mittellinie zu führen und nun kam der Moment des Thomie Venisee. Vom Training her wusste man schon zu berichten, wie schnell der junge Mann von der Troy State University ist, doch was sich in dem darauffolgenden Spielzug zeigte, ist schier unglaublich. Zach Witt steht sekundenlang in einer sicheren Pocket, als Venisee auf der rechten Seite anfängt zu laufen, man konnte zusehen, wie er immer mehr den Turbo zündete und wie sein Gegenspieler immer mehr Mühe hatte, ihm zu folgen. Plötzlich blieb Venisees Gegenspieler stehen und unsere neue Rakete stand auf weiter Flur in der Endzone ganz allein da, ein gefundenes Ziel für Zach Witt, der den Pass über ca. 50 Yards nur noch loszuwerfen brauchte. Venisee feierte somit seinen ersten Touchdown für die Hamburg Blue Devils. Nun war der Kampfwille der Crocodiles leider gebrochen und die Defense der Blue Devils stand weiter zu gut. Ein „Gang-Sack“ beendete den darauffolgenden Drive der Kölner, den diese mit einem Punt abschlossen. Nachdem sich Punt-Return-Spezialist #10 Toure Butler beim Punt-Return elegant selber auf den Boden gesetzt hatte, fumbleten die Blue Devils den Ball bereits beim ersten Snap dieses Drives und das Angriffsrecht wechselte gleich wieder. Die Crocodiles kamen durch ein paar Läufe durch Dauerrenner Dominique Kuhn und durch ein paar schöne Pässe auf WR #81 Christian-Boti Bramer zwar noch einmal bis an die Hamburger 15-Yardline, doch beim nun folgenden Passversuch war es LB #35 John v. Look, der den Ball abfing und damit die letzten Punktehoffnungen der Crocodiles zunichte machte. Der letzte Drive der Hamburger startete an der eigenen 20-Yardline und nun zeigte – nachdem zuvor das Hamburger Angriffsspiel doch eher auf Pässe ausgelegt war – auch RB #32 „Super Cooper“ noch einmal sein Können. Er bekam den Ball nun von QB #9, Tobias Schmidt, überreicht und fügte seiner Rush-Statistik noch einmal ca. 30 Yards hinzu. Ein nun folgender Passversuch von Tobias Schmidt endete leider in den Händen von Kölns Linebacker #15, Thomas Henckes. Doch auch die Kölner wussten nun nichts mehr mit dem Lederei anzufangen und das Spiel endete mit einem Quarterbacksack durch #40 Walter Reese.

Nach dem Spiel bleibt festzustellen, dass die Cologne Crocodiles ihren Teamgeist wiedergefunden haben, zwar haben sie verloren, doch zeigten sie sich während der Partie kämpferisch. Auf Hamburger Seite ist „a win a win“ und es hat sich gezeigt, dass die Offense zu immer mehr Variabilität findet. Denn: drei der vier Hamburger Touchdowns wurden durch drei verschiedene Receiver erzielt und „Super Cooper“ durfte sich einmal eine kleine Punkteauszeit nehmen. Sehen wir also mit Spannung auf die nächsten Partien, wer weiß, wozu die Mannschaft noch fähig ist, wenn sich das Pass-Spiel so weiterentwickelt wie es in den letzten zwei Spielen der Fall war... Also! Auf nach Essen am 24.08.2003...

Punkte für die HBD: #84 Marico Gregersen, #80 Maximilian v. Garnier, #10 Toure Butler, #86 Thomie Venisee (je 6), Florian Dannehl (4)

Double Trouble (CE und NM)


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