Spielbericht

28.06.2003

Blue Devils kommen mit einem blauem Auge davon


"Das Spiel heute war Werbung für guten, harten Football", erklärte Kent Anderson, Headcoach der Berlin Adler, nach dem Spiel. Ein Großteil der etwa 2300 Zuschauer dürfte da anderer Meinung gewesen sein, denn das Spiel der Hamburg Blue Devils gegen den Tabellenvierten aus Berlin glich über weite Strecken einem Trauerspiel. Zahlreiche Laufspielzüge, ständige Turnovers, unnötige Strafen und kaum spektakuläre Szenen auf beiden Seiten ließen die Attraktivität der letzten Partie der Teufel gegen den Liganeuling aus Dresden schnell in Vergessenheit geraten. 

Das erste Quarter wurde vor allem durch das Abtasten beider Teams dominiert. Die Defense-Reihen machten einen guten Job und so konnten weder die Gastgeber ihr gefürchtetes Laufspiel über Estrus Crayton (#4) und Matt Riazzi (#22) aufziehen, noch gelang es Hamburgs Quarterback Zach Witt (#17), seine gefährlichen Pässe an den Mann zu bringen. Estrus Crayton (#4) wurde zudem in der zweiten Hälfte wegen einer Rippenverletzung weniger eingesetzt. Als sich die Teufel Mitte des zweiten Quarters weit in die Hälfte der Berliner vorgearbeitet hatten, waren die Chancen auf die ersten Punkte der Partie groß, aber als auch ein ausgespielter vierter Versuch nicht zum First Down genutzt werden konnte, kamen die Adler erneut in Ballbesitz und trugen den Ball in Person von Matt Riazzi (#22) zum 0:7 in die Hamburger Endzone. Ihren anschließenden Ballbesitz konnten die Gäste dann leider auch nicht in Punkte verwandeln, so dass nach wenigen Spielzügen das Angriffsrecht erneut wechselte. 

Kurz vor der Pause waren die Berlin Adler noch einmal gezwungen, den Ball zu punten, kamen aber durch einen Fehler in Reihen der Hamburger auf der 13-Yardline der Hansestädter wieder in Ballbesitz. Sekunden vor dem Seitenwechsel sahen die Zuschauer die ersten Passversuche auf Seiten der Berliner, aber auch ihnen gelang es nicht, weitere Punkte aufs Scoreboard zu bekommen. Stattdessen landete ein Pass in den Händen eines Devils-Spielers, aber die Zeit reichte nicht mehr aus, um noch vor dem Seitenwechsel auszugleichen. 

Das dritte Quarter bot außer einem Fieldgoalversuch der Blue Devils wenig Höhepunkte und auch die Anfangsphase des Schlussviertels wurde durch Läufe der Gastgeber und Versuche, die Uhr zu kontrollieren, dominiert. Als die Adler zwei Minuten vor dem Ende ihrerseits einen Fieldgoalversuch vergaben, kam Hamburg noch einmal in Ballbesitz und plötzlich wurde den Zuschauern ein wahres Offensefeuerwerk geboten. "Ich bin froh, dass wir am Ende noch einige gute Spielzüge zeigen konnten und damit wenigstens einen Punkt erkämpften", freute sich Zach Witt (#17) nach dem Spiel. Er war es, der Sekunden vor dem Ende Marico Gregersen (#84) mit einem schönen Pass in die Endzone bediente. So gelang den Teufeln noch der Ausgleich zum 7:7, in einem Spiel, welches auch keinen Sieger verdient hatte. 

Defense Coordinator Dave Likins bedankte sich bei seinen Jungs für die tolle Abwehrarbeit und bei den zahlreichen mitgereisten Fans für die Unterstützung mit einem Diver in die Weitsprunggrube des Berliner Jahnstadions. Am Ende waren die Teufel mit dem Punktgewinn mehr als zufrieden. Auch Kirk Heidelberg freute sich über den Punktgewinn und lobte vor allem die Leistung seiner Defense-Spieler. Negativ fiel ihm, wie in den anderen Saisonspielen auch schon, der hohe Raumverlust durch Strafen auf. Auch diesmal standen wieder über 100 Yards zu Buche. Nun haben die Hamburger drei Wochen Zeit, sich auf die nächsten Aufgaben vorzubereiten. Am 19.07. gibt es dann die Neuauflage des letzten Endspiels um den German Bowl. Die Braunschweig Lions sind zu Gast in der AOL Arena. Go blue, fight and win - jetzt erst recht! 
StG


zurück